Forschungsschwerpunkte
| Das Leibniz-Institut für Wissensmedien bearbeitet Fragen des Erwerbs, der Vermittlung und der Kommunikation von Wissen mit digitalen Technologien aus der Perspektive von Kognitions-, Verhaltens- und Sozialwissenschaften unter Einbezug der medientechnischen Komponente. Im Fokus stehen Fragen zum individuellen und kooperativen Lernen und zum Wissenserwerb in institutionellen und informellen Lernumgebungen. | Die Forschung am IWM gliedert sich in die Bereiche „Wissenserwerb mit interaktiven Präsentationsmedien“, „Wissenserwerb mit Kommunikations- und Kooperationsmedien“ sowie „Forschungsbereichübergreifende Aktivitäten“. Innerhalb eines Forschungsbereichs bearbeiten interdisziplinäre Arbeitsgruppen spezifische Aspekte des jeweiligen übergeordneten Themas. Jeder Arbeitsgruppe sind verschiedene Forschungsprojekte zugeordnet. |
Forschungsbereiche
Wissenserwerb mit interaktiven Präsentationsmedien
Der Einsatz von Hyper-, Cyber- und Multimedia bietet für die Gestaltung computerbasierter Lernumgebungen innovative Möglichkeiten. Die beiden Arbeitsgruppen „Wissenserwerb mit Hypermedia“ und „Wissenserwerb mit Cybermedia“ gehen der Frage nach, wie das Potenzial hypermedialer und cybermedialer Darstellungsformen für verschiedene Lernszenarien genutzt und gleichzeitig mögliche Störeinflüsse minimiert werden können. Die Arbeitsgruppe „Wissenserwerb mit Multimedia“ beschäftigt sich mit den grundlegenden kognitiven Prozessen und Ressourcen, die an der Verarbeitung multimedialen Lernmaterials beteiligt sind.
Wissenserwerb mit Kommunikations- und Kooperationsmedien
Wie lässt sich das Potenzial digitaler Kommunikations- und Kooperationsmedien für Formen des kooperativen Lernens und des netzbasierten Wissensaustauschs nutzen? Gegenstand der Untersuchung sind sowohl der gemeinsame Wissenserwerb in herkömmlichen Lehr-/Lernszenarien (z.B. im Schulunterricht oder in der Hochschullehre) als auch in qualitativ anders- und neuartigen Szenarien (z.B. der Wissensaustausch in virtuellen Communities). Diese Forschungsfragen werden im Rahmen der Arbeitsgruppen „Sozial-motivationale Prozesse“, „Wissensaustausch“ und „Wissenskonstruktion“ berarbeitet.
Forschungsbereichübergreifende Aktivitäten
Eine institutionalisierte Form forschungsbereichübergreifender Aktivitäten stellt der WissenschaftsCampus Tübingen „Bildung in Informationsumwelten“ dar. In diesem 2009 eingerichteten Forschungsverbund kooperieren Abteilungen des IWM interdisziplinär mit Partnern der Universität Tübingen sowie Projektpartnern in Freiburg und Mannheim. Gemeinsam gehen sie der Frage nach, wie die Verfügbarkeit von netzbasierten Ressourcen mit lebensbegleitenden Bildungsprozessen interagiert.
Prinzipien der Forschungsarbeit
Interdisziplinarität
Fragen des Wissenserwerbs und Wissensaustauschs mit neuen Medien bearbeitet das IWM aus der Perspektive von Kognitions-, Verhaltens- und Sozialwissenschaften unter Einbezug von medientechnischem Know how.
Verbindung von grundlagen- und anwendungsbezogener Forschung
Die Forschungsstrategie des IWM ist dual. Sie umfasst zum einen grundlagenorientierte und anwendungsrelevante Untersuchungen zum medienbasierten Lernen. Zum anderen nimmt die Beteiligung an Transfer- und Modellprojekten einen wichtigen Stellenwert ein. Innovative mediale Lernumgebungen werden in wichtigen Bereichen des Bildungssystems (Schule, Hochschule, Weiterbildung) und für informelle Lernorte (Internet, Museum) konzipiert, begleitet, implementiert und evaluiert.
Die Rolle der Technologie
Das Institut versteht technologiebasierte Lernarrangements primär als sozio-technische Systeme, in denen personale, pädagogische, soziale und technologische Faktoren miteinander interagieren. Aus diesem Grund berücksichtigt das IWM neben dem innovativen und leistungsstarken Charakter neuer Technologien, insbesondere deren Einsatzmöglichkeiten für Lehr- und Lernprozesse.
Kooperation und internationale Einbettung
Das IWM pflegt den nationalen und internationalen Austausch durch Kooperationen mit anderen Forschungseinrichtungen. Auf nationaler Ebene ist das Institut Mitglied der Leibniz- Gemeinschaft und arbeitet eng zusammen mit der Abteilung für Angewandte Kognitionspsychologie und Medienpsychologie der Eberhard Karls Universität Tübingen. International geht das IWM Partnerschaften mit renommierten Akteuren der europäischen und außereuropäischen Forschungslandschaft ein.
Nachwuchsförderung
Die intensive Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses genießt am IWM einen hohen Stellenwert. Das strukturierte Promotionsprogramm, das 2009 am IWM etabliert wurde, beinhaltet u.a. ein regelmäßiges Seminarangebot, eine Promovierendenvereinbarung zwischen Betreuenden und Betreuten und sieht die Zertifizierung der im Rahmen des Programms erbrachten Leistungen vor.
Qualitätssicherung
Mit Maßnahmen der internen Qualitätskontrolle (u.a. Publikationspolitik, Monitoring der laufenden Forschungsarbeiten) und der externen Qualitätssicherung (z.B. Wissenschaftlicher Beirat, Evaluierung durch die Leibniz-Gemeinschaft) trägt das IWM dazu bei, die hohe Qualität seiner Forschungsarbeiten zu sichern und aktuellen Anforderungen anzupassen.