Leitung

Sekretariat: Margot Stoll
Tel.: +49 7071 979-223
 
 

AG Team:

Assoziierte Wissenschaftler:

AG Wissensaustausch

Wissensaustausch und kollaboratives Lernen sind zentrale Elemente in vielen Bildungskontexten. Sich mit anderen auszutauschen, bietet neben motivationalen Aspekten auch in kognitiver Hinsicht Vorteile: Lernende erhalten Hilfestellungen, werden angeregt, eigenes Wissen zu externalisieren, und können durch die Zusammenarbeit zu kreativen Lösungen gelangen, die sie alleine nicht hätten erreichen können. Digitale Medien können einen Beitrag dazu leisten, Wissensaustauschprozesse zu unterstützen oder in pädagogisch-psychologisch wertvoller Weise zu beeinflussen. Die Vielfalt an technologischen Unterstützungsmöglichkeiten ist Gegenstand der Arbeitsgruppe "Wissensaustausch". Dabei werden zwei Forschungslinien verfolgt. In der Forschungslinie Wissensaustausch in präsenzbasierten Szenarien werden digitale Medien eingesetzt, um Wissensaustausch von Lernenden zum Beispiel im Klassenzimmer, in einem Museum oder einer Bibliothek zu fördern. In der Forschungslinie Wissensaustausch in räumlich verteilten Szenarien hingegen werden Technologien eingesetzt, um Wissensaustausch von Personen an verschiedenen Orten überhaupt erst zu ermöglichen. Zusätzlich vereint die Forschungsarbeit der selbständigen Nachwuchsprojektgruppe „Group Awareness in Teams“, die der Arbeitsgruppe „Wissensaustausch“ angehört, Themen aus beiden Forschungslinien.

Forschungslinie: Wissensaustausch in präsenzbasierten Szenarien

In präsenzbasierten Szenarien können digitale Medien verwendet werden, um geteilte Artefakte bereitzustellen, also externe Repräsentationen, die von Lernenden gemeinsam exploriert, verändert oder sogar erschaffen werden. Ein geteiltes Artefakt dient als Referenzgrundlage für den Wissensaustausch und versetzt Gruppen in die Lage, Lernprozesse sichtbar zu machen bzw. implizit zu strukturieren. Beispiele hierfür sind das kollaborative Design von Videos im Schulunterricht, die gemeinsame Exploration von Fundstücken an einem interaktiven Tisch im Museum oder die gemeinsame Literaturrecherche an einem interaktiven Tisch in Bibliotheken. Darüber hinaus befasst sich diese Forschungslinie mit der Orchestrierung von kollaborativen Prozessen. Dies betrifft zum Beispiel die Unterrichtsplanung von Lehrenden, die kollaborative Methoden in der Schule einsetzen wollen, oder die Einbettung und Verbreitung kollaborativer Methoden in einem ganzen Schulsystem.

Forschungslinie: Wissensaustausch in räumlich verteilten Szenarien

Räumlich verteilte Szenarien sind gegenüber präsenzbasierten Szenarien in aller Regel von einem Mangel an Kontextinformationen geprägt. Daher wird in solchen Szenarien oft der Versuch unternommen, die Nachteile auszugleichen, indem man Werkzeuge und Metaphern entwickelt, die die Reichhaltigkeit von präsenzbasierten Szenarien anstreben. Diese Forschungslinie geht allerdings einen Schritt weiter, indem sie nicht nur den Versuch unternimmt, Mängel auszugleichen, sondern einen echten Mehrwert zu schaffen. Beispielsweise kann man Kontextinformationen bereitstellen, die in präsenzbasierten Szenarien nicht vorliegen, etwa über den Wissensstand oder die Meinungen von anderen. So genannte Group Awareness-Tools können nicht nur darüber informieren, wie eine Gruppe "denkt", sondern auch Reflexion über eigenes Denken und Handeln fördern, beispielsweise durch mobile Applikationen, die kritisches Denken unterstützen. Solche Formen der Unterstützung spielen eine wichtige Rolle in größeren Communities, in denen sich die Mitglieder nicht persönlich kennen. Daher werden in dieser Forschungslinie vor allem Group Awareness-Tools in Web 2.0-Kontexten untersucht, z.B. beim Umgang mit Informationen aus Empfehlungssystemen, beim Weiterleiten von Nachrichten über Microblogging-Dienste oder bei kontroversen Diskussionen in Onlineforen.

Nachwuchsprojektgruppe "Group Awareness in Teams"

In Gruppensituationen ist es wichtig, über die Teampartner informiert zu sein. In dieser Nachwuchsprojektgruppe werden Group Awareness Tools untersucht, die Teammitglieder über verschiedene kognitive und soziale Aspekte ihrer Teampartner informieren.
Ausgehend von der Forschung zum Knowledge and Information Awareness Ansatz von Engelmann, der die Teammitglieder über die Wissensstrukturen und die Informationen ihrer Teampartner informiert, werden in dieser Nachwuchsprojektgruppe drei Forschungsthemen verfolgt, die sowohl räumlich verteilte als auch präsenzbasierte Szenarien umfassen: Im Rahmen des ersten Forschungsthemas soll die theoretische Abgrenzung des Konzepts Knowledge and Information Awareness zu verwandten Konzepten empirisch validiert werden. Das zweite Forschungsthema fokussiert auf die Darstellung und den Erwerb von Knowledge and Information Awareness-Inhalten. Fokus des dritten Forschungsthemas ist die Übertragung des Ansatzes auf weitere kognitive Inhalte, wie beispielsweise auf die Informiertheit über die Prioritäten der Teampartner.