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Sekretariat: Margot Stoll
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AG Wissensaustausch

Der Wissensaustausch zwischen Lernenden ist zu einem wesentlichen Bestandteil von Bildungsprozessen geworden. Dies gilt für den klassisch-institutionellen Bildungskontext wie auch vor allem für informelle Bildungskontexte im Netz und zeigt sich in der weiten Verbreitung von Web 2.0-Anwendungen, die auf Partizipation und Wissensaustausch zwischen Akteuren abheben. Wie sich Wissensaustauschprozesse entfalten, und zu welchen Lernergebnissen sie führen, hängt dabei von einer Reihe von Randbedingungen ab: (1) Der Wissensaustausch wird durch Eigenschaften der verwendeten Medien beeinflusst, z.B. durch Software-Funktionalitäten, die bestimmte kooperative Handlungen nahe legen, oder durch die räumliche Anordnung, in der Diskussionsbeiträge dargestellt werden. (2) Wissensaustauschprozesse lassen sich durch gezielte Instruktionen günstig beeinflussen, z.B. durch explizite Anleitungen oder instruktionale Eingabeaufforderungen (Prompts). (3) Das verwendete Material bzw. die Domäne hat einen Einfluss auf Wissensaustauschprozesse. Hierbei kommt mehrdeutigen oder kontroversen Themen eine besondere Bedeutung zu. (4) Wissensaustauschprozesse hängen von den beteiligten Personen ab, insbesondere von ihrem Vorwissen und ihren Einstellungen.

Die Arbeitsgruppe beschäftigt sich in zwei Forschungslinien mit dem Einfluss dieser Randbedingungen auf Prozesse des Wissensaustauschs. In der Forschungslinie Wissensaustausch beim visuellen Design steht die gemeinsame Bearbeitung und Erstellung von Video-Materialien für institutionelle Kontexte (Schulen, Museen) im Vordergrund. Die Forschungslinie Wissensaustausch, soziale Navigation und Reflektion durch Awareness Tools befasst sich mit Werkzeugen, die Lernende in kollaborativen Kontexten über eigenes Wissen, eigene Einstellungen, aber auch über Wissen und Einstellungen ihrer Interaktionspartner informieren.

Wissensaustausch beim visuellen Design

Visuelles Design ist – wie das Gestalten digitaler Bilder, Grafiken, Videos oder Webseiten – ein wichtiger Bestandteil der Partizipations- und Kommunikationskultur im Web 2.0. Es ist zudem in vielen alltäglichen Arbeits- und Lernsituationen eine zentrale „rhetorische“ Herausforderung, wenn eigenes Wissen für andere anschaulich dargestellt werden soll. Aus psychologischer Sicht verstehen wir visuelles Design als Sonderform des kollaborativen Problemlösens und konzeptualisieren es anhand der Idee des Design-Problemraums und etablierter kognitiver Modelle der Textproduktion. Wir gehen von einem Designmodell aus, das die Subprozesse kollaborative Planung, Informationssuche, -selektion, - verarbeitung, -evaluation, und -revision umfasst.

Wissensaustausch, soziale Navigation und Reflektion durch Awareness Tools

Diese Forschungslinie beschäftigt sich mit der Konzeption, Entwicklung und Wirkung computerbasierter Anwendungen, die Informationen über Kooperationspartner bereit stellen (sog. Group Awareness Tools). Dabei fokussieren die Forschungsarbeiten auf handlungsleitende Informationen, die üblicherweise auch in face-to-face-Gruppen nicht zur Verfügung stehen (z.B. Informationen über Wissen und Meinungen der einzelnen Kooperationspartner) und suchen damit gezielt nach einem echten Mehrwert der Computerunterstützung. Das Ziel der entwickelten Anwendungen ist es, einen effizienten, strukturierten und vertieften Wissensaustausch zu fördern. Die Analyse beschränkt sich jedoch nicht auf die Gesamtwirkung von Awareness-Tools, sondern identifiziert darüber hinaus spezifische Gestaltungselemente und Wirkmechanismen, die den Tools zugrunde liegen.