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AG Wissenserwerb mit Multimedia

Multimediale Lernumgebungen sind durch die kombinierte Darbietung sowohl verbaler als auch bildhafter Repräsentationsformate gekennzeichnet. Die Lernförderlichkeit multimedialer gegenüber monomedialer (textbasierter) Instruktionsformen lässt sich einerseits durch spezifische Eigenschaften von Visualisierungen begründen, die diese gegenüber Texten für den Wissenserwerbsprozess aufweisen. Demnach erleichtern Visualisierungen insbesondere das effiziente Erkennen visuell-räumlicher Zusammenhänge und erlauben es, ansonsten aufwändige kognitive Denk- und Schlussfolgerungsprozesse wie z.B. logische Inferenzen durch wahrnehmungsnahe Ableseprozesse zu ersetzen und tragen so zu einer Entlastung des kognitiven Systems bei. Als Ergänzung zu verbalen Repräsentationsformaten können Visualisierungen darüber hinaus die Textinterpretation sowie die mentale Organisation der dargestellten Zusammenhänge unterstützen. Schließlich wird davon ausgegangen, dass Visualisierungen in einer zusätzlichen, bildhaft-analogen Wissensrepräsentation resultieren, die ergänzend zu der aus dem Text konstruierten, sprachlich-abstrakten Wissensrepräsentation für Denk- und Schlussfolgerungsprozesse zur Verfügung steht. Die potenziellen Vorteile multimedialen Lernmaterials kommen allerdings nicht unter allen Umständen zum Tragen, sondern hängen sowohl von isolierten Eigenschaften des Textes und der Visualisierung als auch von der Art und Weise ab, wie beide Repräsentationsformate miteinander interagieren.

Die Arbeitsgruppe beschäftigt sich in zwei Forschungslinien mit Fragen, wie und unter welchen Bedingungen multimediale Lernmaterialien im Vergleich zu monomedialen Darbietungsweisen den Wissenserwerb in verschiedenen Inhaltsbereichen unterstützen können:

Kognitive Grundlagen multimedialen Lernens

In dieser Forschungslinie wird die Frage adressiert, welche Informationsverarbeitungsprozesse am Lernen mit unterschiedlich gestalteten, multimedialen Darbietungsformen beteiligt sind. Dabei werden vor dem Hintergrund kognitions- und wahrnehmungspsychologischer Theorien und Modelle diese Prozesse während des Lernens unter Verwendung verschiedener Prozessmethoden (z. B. Aufzeichnen von Blickbewegungen und verbalen Protokollen) erfasst, und es wird ihr Verhältnis zu den erzielten Lernergebnissen für verschiedene Lerninhalte analysiert. Eine wichtige Rolle spielt dabei auch die Frage, welche Komponenten des Arbeitsgedächtnisses an der Verarbeitung multimedialen Lernmaterials beteiligt sind.

Instruktionale Unterstützung multimedialen Lernens

In dieser Forschungslinie wird untersucht, wie Multimedia zur Förderung des Wissenserwerbs in formellen und informellen Lernkontexten eingesetzt werden kann. Dabei werden vor allem instruktionale Unterstützungsmaßnahmen und Gestaltungsprinzipien für den Wissenserwerb mit Multimedia untersucht und in diverse Anwendungskontexte transferiert. Diese Anwendungskontexte sind unter anderem gekennzeichnet durch den Einsatz innovativer digitaler Technologien wie z.B. berührungssensitive, intuitiv bedienbare Tablets und großflächige Multitouch-Anwendungen sowie adaptive Systeme, die sich automatisch an das Nutzerverhalten anpassen. Gemeinsames Merkmal der in dieser Forschungslinie angesiedelten Forschungsprojekte ist es, die Anwendbarkeit grundlagenwissenschaftlicher Erkenntnisse zum Lernen mit Multimedia in praxisnäheren Kontexten zu untersuchen und damit zu einer Optimierung pädagogischen Handelns in informellen und formellen Lernkontexten und zu einem Erkenntnistransfer in die Praxis beizutragen.